Erklärung/ Info
Allgemeines zur Ersten Hilfe
Hilfe rufen, Ermutigen, Lebensfunktionen kontrollieren, Decke unterlegen
Sie waren sicherlich schon mal in einer Situation, in der Sie die Hilfe eines Mitmenschen benötigt haben. Sei es zu Hause, in der Firma, in der Schule oder während Ihrer Freizeit. Um so mehr sollte es auch für Sie dann selbstverständlich sein, anderen in Notfallsituationen zu helfen.
Bei Unfallsituationen oder Menschen in Not zu helfen, ist nicht nur eine sittliche, sondern auch eine rechtliche Pflicht. Unter Erster Hilfe versteht man die ersten Hilfsmaßnahmen, die Sie an Ort und Stelle einleiten , bevor der Betroffene in ärztliche Behandlung kommt. Wirkungsvolle Erste Hilfe setzt eine gute Ausbildung voraus, denn die plötzliche Notwendigkeit zur Hilfeleistung läßt kaum Zeit, nachzulesen, welche Art von Erster Hilfe geleistet werden muß.
Durch den Notfall kommt es bei den Ersthelfern und den in der Umgebung stehenden Personen häufig zu unüberlegtem Verhalten. Deshalb ist es wichtig, daß Sie versuchen, durch
auf die Betroffenen und umherstehenden Passanten einzuwirken, um damit weitere Schäden zu verhindern. Sie helfen auch, wenn Sie unbedachtes und falsches Eingreifen Dritter verhindern
Funktion der Atmung
Durch die Atmung werden alle Zellen Ihres Körpers mit lebensnotwendigem Sauerstoff versorgt. Gleichzeitig wird Kohlendioxid aus Ihrem Körper ausgeschieden. Das Atemzentrum steuert die Atemtätigkeit und damit die Ein- und Ausatmung; es sitzt im verlängerten Rückenmark.
Bei der Einatmung strömt Luft durch Ihre Nase (Mund), Rachen, Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien in Ihre Lungen. Dort findet dann der Gasaustausch (äußere Atmung) statt; d.h. Sauerstoff wird in das Blut aufgenommen. Über Ihren Kreislauf wird er zu den Zellen transportiert und an diese abgegeben (innere Atmung). Im Austausch geben die Zellen dafür Kohlendioxid in das Blut ab, was von diesem transportiert wird und über Ihre Lunge und die Atemwege in unsere Umgebungsluft abgeatmet wird.
Die Atembewegungen sind äußerlich an Ihrem Brustkorb und Bauch erkennbar. Ein hoher Anteil des eingeatmeten Sauerstoffs wird wieder ausgeatmet, d.h. nicht der gesamte Anteil des in der eingeatmeten Luft vorhandenen Sauerstoffs wird durch das Blut aufgenommen. Der Sauerstoffanteil der Ausatemluft reicht also dazu aus, einen anderen durch die Atemspende mit Sauerstoff zu versorgen.
Bestandteile der Luft (u.a.):
Der Sauerstoff wird für die Stoffwechselprozesse in den Zellen gebraucht. Bei diesen Prozessen entsteht als "Abfallprodukt" Kohlendioxid.
Herz-Lungen-Wiederbelebung
1. Herzdruckmassage
Den Ballen einer Hand auf das untere Drittel des Brustbeins platzieren
Die Arme des Helfers sind gestreckt und der Brustkorb wird senkrecht von oben durch Gewichtsverlagerung des eigenen Oberkörpers eingedrückt
Beatmung und Herzdruckmassage erfolgen dann im steten Wechsel: 30 x Drücken, 2 x Beatmen.
2. Atemspende
Beatmung und Herzdruckmassage erfolgen dann im steten Wechsel: 30 x Drücken, 2 x Beatmen
Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Säuglingen und Kleinkindern
Bei Kindern und Säuglingen ist die Herz-Lungen-Wiederbelebung dem altersbedingten Atemrhythmus, dem Atemvolumen und der entsprechenden Herzfrequenz anzupassen.
Bei Kindern wird die Druckmassage nur mit einer Hand, bei Säuglingen mit zwei Fingern durchgeführt.
Säugling: Frequenz 100 / Minute, Druckmassage mit zwei Fingern
Kleinkind: Frequenz 100 / Minute, Druckmassage mit einem Handballen
Das Verhältnis Beatmung - Druckmassage beträgt: 1:5
Beenden der Herz-Lungen-Wiederbelebung
Sie können die Herz-Lungen-Wiederbelebung beenden, wenn
Lebenszeichen können sein:
Die Vorgehensweise beim Auffinden einer Person ist also:
Herzinfarkt
Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Herzerkrankungen. Die Ursache ist der plötzliche Verschluss einer Herzkranzarterie (Koronararterie). Der Herzmuskel wird über diese Gefäße mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Ein solcher Verschluss entsteht durch jahrelange Einwirkung der "Risikofaktoren" wie:
In den Gefäßen bildet sich durch Ablagerungen von Fetten und Mineralien die Arteriosklerose. Führen diese Ablagerungen schließlich zum Verschluss einer Koronararterie, wird ein Teil des Herzmuskels nicht mehr durchblutet. Er stirbt ab. Manchmal entsteht der Verschluss auch durch ein Blutgerinnsel (Thrombus), das an einer Engstelle einer Koronararterie stecken bleibt und diese verstopft. Je nach Größe und Lage der betroffenen Koronararterie ist ein mehr oder weniger großer Teil des Herzmuskels betroffen. Somit sind auch die Auswirkungen eines Herzinfarktes unterschiedlich ausgeprägt. Er kann vom Betroffenen kaum bemerkt ablaufen; er kann aber auch mit sofortigem Herzstillstand verbunden sein.
Die Medizin hat heute gute Möglichkeiten, diesen Patienten zu helfen. Voraussetzung ist aber, dass der Betroffene die Klinik lebend erreicht. Hierzu kann der Ersthelfer beitragen.
Erkennen eines Herzinfarkts
Die Patienten haben starke Schmerzen hinter dem Brustbein. Die Schmerzen strahlen oft in den linken Arm, die Schulter oder den Oberbauch aus. Die Betroffenen können sehr unruhig, manchmal auch sehr ruhig sein. Sie haben Angst. Das Gesicht ist blass-grau, manchmal schweißnass. Die Betroffenen sind geschwächt und klagen über Übelkeit, gelegentlich mit Erbrechen. Der Blutdruck ist gesenkt. Da ein Herzinfarkt unterschiedlich stark ausgeprägt auftreten kann, sind auch die Anzeichen unterschiedlich intensiv ausgeprägt. Im schlimmsten Fall tritt ein Herz-Kreislauf-Stillstand ein.
Das können Sie tun bei Herzinfarkt
Schlaganfall
Erste Hilfe bei Schlaganfall
Auch beim Schlaganfall sind Veränderungen an den Gefäßen die Ursache. Ablagerungen, "Verkalkungen" der Arterien im Gehirn, meist in Verbindung mit Bluthochdruck, sind die Voraussetzungen für einen Schlaganfall. Durch den hohen Blutdruck kann plötzlich eine Arterie im Gehirn reißen. Manchmal ist die Ursache auch ein Blutgerinnsel, welches in einer Arterie im Gehirn stecken bleibt und diese verstopft. In jedem Fall ist die Blutversorgung und damit die Sauerstoffversorgung zu einem Teil des Gehirns unterbrochen, und es kommt zu entsprechenden Funktionsausfällen.
Erkennen eines Schlaganfalls
Lähmungen an den Extremitäten (Halbseitenlähmung), Gesichtslähmung mit herabhängendem Mundwinkel und einseitig geschlossenem Augenlid sind Anzeichen für einen Schlaganfall. Sprachstörungen und Schluckbeschwerden mit Erstickungsgefahr sind weitere Folgen eines Schlaganfalles. Schlimmstenfalls treten Bewusstlosigkeit sowie Atem- und Kreislaufstörungen auf. Die Patienten haben meistens einen sehr hohen Blutdruck.
Maßnahmen bei Schlaganfall
Verhalten bei weiteren Krankheiten
Wunden
Wunden entstehen durch Gewalt, Hitze und Kälte oder auch durch chemische Stoffe.Die Haut wird teilweise oder vollständig zerstört. Damit wird die Schutzfunktion der Haut aufgehoben, so dass z.B. Keime leichter in den Körper eindringen können.
Je nach Art der Wunden können auch größere Blutgefäße sowie Nerven, Muskeln, Knochen und Organe mitverletzt sein. Bei jeder, auch bei einer "harmlos" erscheinenden Wunde (z.B. hervorgerufen durch Holzsplitter oder Dornen, bzw. durch Verschmutzung) besteht die Gefahr einer Infektion mit dem Tetanuserreger. Einzige Vorbeugung hiergegen ist eine Schutzimpfung. Zur Vorbeugung sind unterschiedliche Schutzimpfungen möglich, die in einem Impfpass eingetragen werden. In Zweifelsfällen sollte man einen Arzt befragen.
Wunden bedeuten für den Betroffenen:
Für den Helfer gilt daher, seine Hilfe genau auf diese Merkmale auszurichten.
Die betroffene Person soll je nach Zustand sitzen oder liegen. Sie stehen oder knien so vor dem Verletzten, dass Sie ihn ständig beobachten können. Auch bei geringfügigen Wunden sollte man dem Betroffenen die Möglichkeit geben sich zu setzen (Schockgefahr durch Blutung oder Schmerz).
Jede Wunde wird wegen der zusätzlichen Infektionsgefahr so, wie sie vorgefunden wird, keimfrei bedeckt. Zum Schutz vor einer möglichen Infektion sollte ein Ersthelfer bei der Versorgung blutender Wunden grundsätzlich Einmalhandschuhe tragen, die z.B. in den Verbandkästen, DIN 13164 sowie DIN 13157 zu diesem Zweck enthalten sind.
In diesem Zusammenhang sollten Sie sich auch mit den Inhalten der Verbandskästen vertraut machen.
Verbrennungen und Verbrühungen
Verbrennungen bzw. Verbrühungen sind durch Hitze ausgelöste schwere Schädigungen der Haut und auch tiefer liegender Gewebe mit nachhaltigen Auswirkungen auf den gesamten Organismus durch Störung der vitalen Funktionen. Bei tiefer gehenden Gewebeschädigungen finden sich in den angrenzenden Hautbezirken immer auch Blasenbildung und Hautrötung. Durch ausgedehnte Brandwunden verliert der Körper große Mengen ab Gewebeflüssigkeit. Dieser Flüssigkeitsverlust kann zum Schock führen. Dabei wirkt der Verbrennungsschmerz verstärkend. Durch Wundinfektion kommt es ggf. später zu verzögerter Wundheilung. Hat die betroffene Person im Moment der Hitzeeinwirkung (Explosion, Stichflamme) eingeatmet, können Verbrennungen im Mund, Rachen und Kehlkopfbereich entstehen. Es kommt zu Atemstörungen.
Erkennen
Das Brennen der Kleidung verursacht beim Betroffenen Angst. In der Angst läuft er davon und facht somit den Brand zusätzlich an.
Das können Sie tun
Kleiderbrände sofort löschen, dazu wie folgt verfahren:
Betroffenen auf den Boden legen und die Decke vom Hals in Richtung Füße mit den Händen abstreifen.
Hinweis:
In den Verbandkästen DIN 13164 (Kraftfahrzeugverbandkasten) sowie DIN 13157 befinden sich Verbandtücher, die auch für die Versorgung von Brandwunden vorgesehen sind.
Knochenbrüche
Knochenbrüche und Gelenkverletzungen sind Verletzungszustände, die fast immer mit Schmerzen verbunden sind. Daher vermeidet die verletzte Person Bewegungen der betroffenen Gliedmaßen. Sie als Ersthelfer sollten grundsätzlich keine Bewegungsversuche unternehmen!
Erkennen:
Das können Sie tun:
Vergiftungen
Allgemeine Erkennungsmerkmale:
Hinweise von Augenzeugen, sowie das Auffinden von Medikamenten, Behältnissen und Giftresten geben Ihnen weitern Aufschluss über einen Vergiftungsnotfall. Es müssen nicht immer alle Erkennungsmerkmale auftreten. Es muss immer die gesamte Situation berücksichtigt werden!
Das können Sie tun
U.U. sind bei einigen Vergiftungen weitere Maßnahmen erforderlich. Einige Beispiele dazu sollen im folgenden erläutert werden.
Vergiftungen über die Atemwege
Das können Sie tun
Hilfe beim Erbrechen
Beim Liegenden
Beim Sitzenden
Rettungskette
Der Ablauf aller Hilfsleistungen nach einem Notfall kann wie eine Kette gesehen werden, die aus vier Gliedern besteht, wie die folgende Abbildung zeigt
Die Maßnahmen dienen dem Ziel, einem Betroffenen bereits am Notfallort die notwendige Hilfe zu leisten und stellen sicher, dass er innerhalb kürzester Zeit in ärztliche Behandlung kommt. Sie werden im Bereich der ersten zwei Kettenglieder tätig und haben u.a. die Aufgabe, solange alles Notwendige zu tun, bis Fachpersonal zur Stelle ist.
Merke!
Jede Kette ist so stark wie ihr schwächstes Glied. Die Ausbildung in Erster Hilfe soll dazu beitragen, die ersten zwei Glieder der Rettungskette zu stärken.